Dr. Michael von Abercron MdB

Insektenschutz nur mit der Landwirtschaft, nicht durch Enteignung

Der Entwurf des Insektenschutzpaketes sieht ein Verbot des Einsatzes jeglicher Pflanzenschutzmittel in Naturschutzgebieten sowie einem 10 Meter breiten Gewässerrandstreifen vor. Dazu erklärt der Pinneberger Bundestagsabgeordnete, Michael von Abercron (CDU):
"Für zahlreiche Betriebe in Schleswig-Holstein würde das zu erheblichen Einschränkungen in der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung Ihrer Anbauflächen bedeuten und Existenzen bedrohen. Allein durch das pauschale Anwendungsverbot von Pflanzenschutzmitteln an Gewässern wären in Schleswig-Holstein rund 25.000 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche betroffen.

Das gefährdet die Erzeugung marktfähiger, regionaler Qualitätsprodukte und damit zugleich die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe. Die bisherigen Naturschutzleistungen der Landwirtinnen und Landwirte werden überdies konterkariert. Daher lehne ich den Entwurf entschieden ab. Insektenschutz kann es nur durch kooperative Ansätze anstelle von ordnungsrechtlichen Vorgaben geben. Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen müssen förderfähig bleiben!

Hier geht es auch um Vertrauensschutz, denn bei der Ausweisung der Natura-2000-Gebiete wurde den Landwirtinnen und Landwirten zugesagt, dass die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen nach dem Prinzip der guten fachlichen Praxis auch weiterhin erfolgen kann. Die Politik steht dafür im Wort! Deshalb ist ein anderer Weg über Anreize und Programme richtig und zielführender, um die gewünschten Schutzziele zu erreichen. Erfolgreiche Programme wie z. B. in Niedersachsen würden mit diesem Gesetz ad absurdum geführt.

Das Verbot des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln auf Äckern in Naturschutz- und FFH-Gebieten und in einem 10 m breiten Gewässerrandstreifen würde bundesweit rund 1,2 Mio. ha Land betreffen. Eine derartige weitere Belastung der ohnehin schwer gebeutelten deutschen Landwirtschaft ist absolut inakzeptabel und wird meine Zustimmung nicht finden”.