Altmaiers Strategiepapier zielt auf die Globalisierung von Schlüsseltechnologien - Staatliche Eingriffe in den Markt nur in Ausnahmefällen

Mit Blick auf die in einem Strategiepapier von Wirtschaftsminister Altmaier angestoßene Diskussion fordert Dr. Michael von Abercron: „Deutschland muss als erfolgreicher Industriestandort auf die rasanten und tiefgreifenden Veränderungen im Weltmarkt reagieren.“

Das Strategiepapier von Bundesminister Altmaier ist als Reaktion auf die Globalisierung und den rasanten Aufstieg Chinas zu einer globalen Wirtschaftsmacht zu verstehen! Es geht darum, wie Nachteile für die eigene Volkswirtschaft und das gesamtstaatliche Wohl vermieden werden sollen.

Zugleich wird erklärt, wie eine zukunftsorientierte Marktwirtschaft und die Basis für eine ordnungsgemäße Debatte geschaffen werden können. Der Entwurf stellt zur Diskussion, in welchen Fällen ein Eingreifen des Staates gerechtfertigt oder sogar notwendig sein kann. Dazu von Abercron: „Ich setze ich mich dafür ein, dass dabei sichergestellt wird, dass auf eine ausschließliche Förderung von Großkonzernen verzichtet wird und Beteiligungen des Staates an Unternehmen nur in Ausnahmefällen zugelassen werden dürfen“.

Ob dabei im globalen Wettbewerb allein die Betriebsgröße entscheidend ist, kann getrost in Frage gestellt werden. Denn die überwiegend mittelständischen Unternehmen in Deutschland haben bereits heute bewiesen, dass sie im Weltmarkt bestehen können. Dies belegen neueste Zahlen von Professor Hermann Simon: Danach belegt Deutschland bei den familiengeführten Unternehmen bei einer Umsatzgröße von bis zu 5 Milliarden € mit 1.307 vor den USA mit 366, Frankreich mit 75 und China mit 68 Betrieben eine absolute Spitzenposition.

„Ziel muss es bleiben“, so von Abercron, „dass der schrittweise Ausbau des Anteils der Industrie an der Bruttowertschöpfung auf 25% in Deutschland und 20% in Europa vorangetrieben wird. Dazu sollte über eine Reduzierung der Unternehmenssteuer von z. Zt. 30% auf vergleichbare Steuersätze in Europa gesorgt werden, um damit den wichtigen „Schatz“ der familiengeführten Unternehmen zu erhalten und zu fördern. Diese Unternehmen dürfen bei den Strategieüberlegungen nicht unberücksichtigt bleiben, weil sie seit Einführung der Sozialen Marktwirtschaft ein Garant für die Einlösung des Versprechens - Wohlstand für alle - und für den Erhalt eines realen Wettbewerbs sind.“

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