Trockenheit darf keine Existenzen vernichten

Die seit Monaten anhaltende Trockenheit stellt Landwirte und Baumschulen im Norden vor große Probleme. Ertragseinbrüche und Mehrkosten drohen. Besonders gefährdet sind Wintergetreide, Sommergetreide und Raps. Also auch Futter für Milchviehbetriebe wird knapp. „Betrieben, die 30 Prozent geringere Ernteerträge haben als im Schnitt der vergangenen drei Jahre muss nun finanzielle Hilfe gewährt werden“, fordert Michal von Abercron.

Betroffen sind gerade auch die Pinnberger Baumschulen mit großen Freilandflächen. Insbesondere kleinere Betriebe sind von den hohen Bewässerungskosten belastet. „Die Mehrkosten dürfen keine Existenzen gefährden, “ so von Abercron.

Bereits im Juni hatte Schleswig-Holstein dem Bundesland-wirtschaftsministerium erhebliche trockenheitsbedingte Schäden gemeldet. „Das Land muss jetzt alle Möglichkeiten ausschöpfen, die betroffenen Betriebe auch über die verfügbaren EU-Programme zu unterstützen.“

Ob aufgrund der anhaltenden Trockenheit ein Ereignis von nationalem Ausmaß vorliegt und Bundeshilfen gewährt werden können, kann frühestens Anfang August geprüft werden, wenn nach der Getreideernte die genauen Schadensmeldungen vorliegen. Die entsprechenden Mittel müssten vom Bundesfinanzministerium dann außerplanmäßig bereitgestellt werden. Dafür werde ich mich bei meinen Kollegen in Berlin einsetzen, “ versichert von Abercron.

Zusätzlich wurden folgende Maßnahmen bereits ergriffen, bzw. kommen in Betracht:

  • Die landwirtschaftliche Rentenbank hat ihr Liquiditätssicherungsprogramm für Unternehmen der Landwirtschaft, des Garten- und Weinbaus, die aufgrund der Trockenheit und Unwetter in 2018 Ertragseinbußen und / oder Kostensteigerungen zu verzeichnen haben, geöffnet.
  • Die Länder können seit 1. Juli die Futternutzung des Aufwuchses von ökologischen Vorrangflächen der Kategorie Brache freigeben.
  • Die staatliche Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) hat angekündigt, Pachtstundungen zu gewähren. Die Länder können entsprechend an die Landgesellschaften herantreten.
  • Die geschädigten Betriebe können Anträge auf Stundung von Steuerschulden stellen.
  • Die Finanzbehörden der Länder können steuerliche Vorauszahlungen anpassen und auf Säumniszuschläge, Stundungszinsen und Vollstreckungsmaßnahmen verzichten.
  • Die geschädigten Betriebe können die Stundung der Sozialversicherungsbeiträge beantragen.
  • Die Länder können die Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete vorzeitig auszahlen.

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