Zum heutigen Urteil des EUGH in Bezug zur sog. "Genschere" CRISPR/Cas, erklärt der zuständige Berichterstatter in der Arbeitsgruppe Bildung und Forschung der CDU/CSU Fraktion, Dr. Michael von Abercron MdB:

"Das Urteil ist leider ein Nachteil für den Forschungsstandort Europa. Die engen Grundsätze der GVO-Richtlinie stammen aus einer Zeit, in der CRISPR/Cas noch ferne Zukunftsmusik war. Selbstverständlich steht der Verbraucherschutz an erster Stelle, doch müssen wir uns die Frage stellen, ob wir anderen Ländern, die weitaus weniger Interesse am Verbraucherschutz haben als wir, einen Forschungsvorsprung in diesem Thema geben wollen. Auch werden die von Umweltschützern üblich verdächtigten Großkonzerne ihre Forschung in diesem Bereich letztendlich nur verlagern, wobei kleine Züchter durch die hohen regulatorischen Anforderungen von diesem Markt de facto ausgeschlossen werden. Die Chance, dass nun auch kleine und mittelständische Züchter wieder auf dem Markt mitspielen können, sehe ich somit als verloren. Der nun extrem hohe Vorsorgeaufwand im Vergleich zur klassischen Mutationszüchtung steht meiner Meinung nach auch in keinem Verhältnis zu den letztendlich größeren Sicherheiten, die CRISPR/Cas bei der Züchtung neuer Sorten bietet.

Die sog. "Umweltschützer", die diese Klage vor dem EUGH angestrengt haben, müssen sich fragen lassen, welche Lösungen sie aufbieten wollen, wo es doch einheitliche Meinung ist, dass wir weniger Pflanzenschutzmittel in die Umwelt einbringen wollen, sich Vegetationszeiten verändern, Spätfroste zu einem größeren Problem werden und vor allem die aktuell erfahrbare Trockenheit die Landwirtschaft vor kaum überwindbare Hürden stellt."

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