„Zurückgehende Asylbewerberzahlen sind ein begrüßenswerter Trend, dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die damit verbundenen Herausforderungen kontinuierlich ansteigen.“, so Dr. Michael von Abercron MdB zu der von Bundesminister Dr. Thomas de Maizière vorgestellten deutschen Asyl-Statistik aus 2017.

Von Januar bis November 2017 haben 186.644 Menschen Asyl in Deutschland beantragt. Im Jahr 2015 waren es noch etwa 890.000 Personen und 2016 rund 280.000 Personen. Das bedeutet, dass sich die absolute Zahl der nach Deutschland jährlich Fliehenden zwar verringert hat, die gesamte Zahl der in Deutschland lebenden Flüchtlinge sich aber weiter vergrößert. In nur vier Monaten kam eine Stadt in der Größe von Elmshorn und Quickborn zusammen dazu, die entsprechend der Einwohnerzahl eines Bundeslandes auf die Städte und Gemeinden verteilt wurden. Umgerechnet für den Kreis Pinneberg ergeben sich daraus 700 zusätzlich zu betreuende Asylbewerber und alle damit verbundenen Belastungen für die Städte und Gemeinden.

„Daraus ergeben sich auch zukünftig enorme Herausforderungen, die wir nicht auf nicht auf die leichte Schulter zu nehmen sollten. Dies betrifft nicht nur die Fragen der Integration, sondern auch die langfristigen Auswirkungen auf die sozialen Sicherungssysteme! Deshalb schließe ich mich der Aussage des Bundesinnenministers an, dass diese Zahl, vor allem im Europäischen Vergleich, noch immer viel zu hoch ist, “ so von Abercron. Deutschland müsse langfristig ein gegenüber seiner Einwohnerzahl realistisches Maß an jährlich Asylsuchenden bekommen und dafür müssen einerseits die Fluchtursachen weiter bekämpft, andererseits auch Sogwirkungen gegenüber Fliehenden, die sich schon innerhalb Europas befinden weiter verringert werden.

Um dies nun anzugehen, spräche alles dafür, dass Deutschland schnellstmöglich eine handlungsfähige und stabile Regierung bekommt. „Mit den Ergebnissen aus dem Sondierungspapier von CDU, CSU und SPD sind wir auf einem guten Weg dahin. Deshalb kann man nur hoffen, dass es gelingt, die Koalition von Union und SPD nicht an parteipolitischen Maximalforderungen scheitern zu lassen. Vernunft und Kompromissbereitschaft sollten sich am Ende so schnell wie möglich durchsetzen.“, so von Abercron.

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