Durch die coronabedingte Reduktion der Schlacht- und Zerlegekapazitäten stauen sich in Schleswig-Holsteins Schweineställen ca. 30.000 schlachtreife Tiere. Auch die Ferkelerzeuger bleiben häufig auf ihren schnellwachsenden Tieren sitzen. Dazu erklärt der Pinneberger CDU-Bundestagsabgeordnete und Agrarpolitiker, Dr. Michael von Abercron:

"Unsere schweinhaltenden Betriebe in Schleswig-Holstein sorgen sich um Ihre Existenz und um das Wohl ihrer Tiere, weil sich der Verkauf der Schlachtschweine deutlich verzögert und der Platz in den Ställen immer enger wird. Daher begrüße ich, dass in Niedersachsen und in Nordrhein-Westphalen jetzt die Möglichkeit für Sonn- und Feiertagsschlachtungen geschaffen werden und Schließungen durch die Anwendung der Arbeitsquarantäne abgewendet werden können. Nur die länderübergreifende Solidarität einzufordern reicht aber nicht. Konstruktiver wären konkrete Vorschläge des Landwirtschaftsministeriums, wie denn die angeblich "hohen Kapazitäten im Norden" erhalten bzw. ausgebaut werden können!

Unsere Landwirte brauchen pragmatische Vorschläge bei der kurzfristig nötig werdenden Umquartierung der Tiere - auch in provisorisch eingerichtete Ställe. Das Landesministerium ist daher dringend aufgefordert, hier hinsichtlich der Anwendung und Auslegung der Regelungen des Bundes-Immissionschutzgesetzes sowie des Tierschutzgesetzes zeitnahe und unkomplizierte Lösungen zu finden, die der dramatischen Lage angemessen sind. Auch die Arbeitsfähigkeit der Veterinärämter muss durch vorliegende Notfallpläne sichergestellt werden", so von Abercron.

Heiner Rickers, agrarpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion ergänzt: "Bei der Überprüfung der Einhaltung der Tierwohlkritierien durch die privatwirtschaftlichen Prüfsysteme QS oder der initiative Tierwohl muss ebenfalls Rücksicht auf die aktuelle Krisensituation genommen werden. Hier wäre eine Moderation des Agrarministers in Schleswig-Holstein hilfreich. Darüber hinaus empfehle ich den Mästern und Händlern bis auf Weiteres den Erwerb heimischer Ferkel, da Dänemark nicht von den ASP-bedingten Export-Beeinträchtigungen betroffen ist."

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