Der Bundestagsabgeordnete Michael von Abercron spricht sich gegen die Pläne aus dem Bundesministerium der Verteidigung aus, künftig Dienstgrade geschlechtsspezifisch umzuformulieren:

„Angesichts der großen aktuellen Herausforderungen für die Bundeswehr und ihren bekannten Materialmängeln ist es für mich unbegreiflich, wie man sich ernsthaft in der Führungsebene damit beschäftigen kann, künftig zwischen Leutnantinnen und Leutnanten zu unterscheiden. Dies schadet nicht nur dem Ansehen der Bundeswehr insgesamt, sondern wird auch die schwierige Suche nach geeignetem Nachwuchs nicht gerade fördern. Umfragen in der Truppe haben nämlich ergeben, dass diese Neubezeichnung der Dienstgrade ganz überwiegend abgelehnt wird.

Darüber hinaus entspricht dieser Umgang sicherlich nicht dem Geist der Inneren Führung unserer Streitkräfte und so mancher Soldat wird sich zurecht fragen, ob in der zuständigen Führungsebene zu viel frei stehende Arbeitskapazitäten vorhanden sind und die nächste Aufgabe womöglich darin bestehen könnte zu klären, ob die Fregatte oder der Panzer das angemessene Geschlecht haben.

Um mehr wirklich Frauen und Männer für die Bundeswehr zu begeistern, braucht es nicht neue Bezeichnungen für Dienstgrade, sondern besseres Material und mehr Rückhalt für die Truppe. Das Einstellen pauschaler Extremismusvorwürfe, die Sicherstellung besserer Versorgung, die Beschaffung zuverlässigerer Ausstattung und das Engagement für ein besseres gesellschaftliches Klima für unsere Soldatinnen und Soldaten, bringen sehr viel mehr für die Bundeswehr, als die Umformulierung der Dienstgradanordnung.“

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