von Abercron kritisiert EU-Kommission für zu niedrige Fangquoten

Die Europäische Kommission hat Ende letzter Woche ihren Vorschlag für die Fangmengen in der Ostsee vorgestellt. Dabei ist sie bei bestimmten Beständen noch unter der Empfehlung des wissenschaftlichen Beirats (ICES) vom Mai dieses Jahres geblieben. Dazu erklärt Dr. Michael von Abercron, zuständiger Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion:

"Sozioökonomische Erwägungen werden von der Kommission weitgehend ausgeblendet. Dabei sind viele der noch verbliebenen Fischereibetriebe nicht nur durch Quotenregelungen, veränderte Umweltbedingungen und Nachwuchssorgen ohnehin in ihrer Existenz bedoht. Die Corona-bedingten Auswirkungen auf die Märkte haben in diesem Jahr auch die Fischereibetriebe hart getroffen. Dies muss bei der endgültigen Festsetzung durch den Rat im Oktober Berücksichtigung finden.

Mit Blick auf die von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner bei der EU eingeforderte Abwrackprämie für Betriebe, die sozialverträglich aufgeben wollen, muss die Kommission schnellstmöglich die EU-rechtlichen Grundlagen schaffen. Die Flotte muss die Möglichkeit erhalten, sich gesundzuschrumpfen.

Wissenschaftler betonen: Fisch ist wertvolles Nahrungsmittel und Fisch essen angewandter Klimaschutz. Kein anderes Eiweiß entstehe so treibhausgasarm wie Fisch. Schon deshalb müsse die Fischerei erhalten bleiben. Überdies ist die Fischereiwirtschaft ein traditioneller Bestandteil von Wirtschaft und Kultur an der Küste. Eine Fangquotenfestlegung mit Augenmaß ist daher unerlässlich.

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