Die öffentlich-rechtlichen vergiften die Debatte

Die Tagesschau berichtet aus allen Rohren zum sog. „Unwort des Jahres“. Eine „Jury“ habe das Wort „Klimahysterie" gekürt, weil es Klimabewegungen diskreditiere.

Die Tagesschau muss aufhören, politische Neutralität verkaufen zu wollen wo keine ist. Denn die „Jury“, das sind nur fünf Privatpersonen, die sich ein Wort aussuchen, dass nicht in die Welt von vier Linguisten in ihrem Elfenbeinturm und einem bekanntermaßen linken Journalisten passt. Wie findet Otto-Normalbürger das raus? Googlen, googlen und nochmals googeln. Die Tagesschau liefert diese Information nicht in Gänze, sondern suggeriert eine neutrale Auswahl von „Sprachwissenschaftlern der Technischen Universität Darmstadt“.

Mit Klimahysterie werden die Auswüchse der Klimabewegung beschrieben. Extinction-Rebellion-Aktivisten, die mit von Endzeitphantasien getränkten Demos die Innenstädte lahm legen oder das Betrieben von Kohlekraftwerken gar mit der Shoa vergleichen sind schlichtweg hysterisch. Jetzt sollen aber Bürger, die solche Auswüchse als das bezeichnen was sie sind mit dem Kainsmal des „Unwortbenutzers“ verunglimpft werden — mit Segen und öffentlicher Verlautbarung durch Deutschlands reichweitenstärkstes Nachrichtenformat.

Wir brauchen einen neutralen und hochwertigen öffentlich rechtlichen Rundfunk. Es kann nicht sein, dass das Weltbild von fünf unbekannten Privatpersonen einen gesamten Tag die bundesdeutsche Debatte mit dem Megaphon der öffentlich-rechtlichen befeuern darf, ohne den Hauch einer korrektiven und einordnenden Berichterstattung von diesen. Genau so werden die Debatten in unserem Land aktuell vergiftet — durch auslassen von Hintergründen wenn es politisch opportun ist. Dies sorgt für eine Verdrossenheit bei den Beitragszahlern der Rundfunkanstalten, die gefährlich ist für unsere Demokratie. Gerade in Zeiten von Fake-News und Populismus von rechts-außen, dürfen sich unsere gemeinschaftlich bezahlten Nachrichten nicht dem Populismus von links hingeben. Sie müssen wieder das Lagerfeuer werden, an das sich die deutsche Öffentlichkeit jeden Abend setzt und dessen Wärme aller gleichermaßen erreicht.

Nach oben