Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes ist erster wichtiger Schritt, um Konflikte mit dem Wolf zu minimieren

Am Donnerstag hat der Deutsche Bundestag Änderungen am Bundesnaturschutzgesetz beschlossen, mit denen Rechtssicherheit bei der im Einzelfall notwendigen Entnahme von Wölfen geschaffen wird. Dazu erklärt der Pinneberger CDU-Bundestagsabgeordnete, Dr. Michael von Abercron:

"Die Zahl der in Deutschland nachgewiesenen Rudel ist im Berichtsjahr 2018/2019 von 77 auf 105 hochgeschnellt. Und damit auch die Anzahl der Übergriffe und Risse – von Ziegen, Lämmern, Rindern, Fohlen oder Gatterwild aber auch von Haustieren. Die nachvollziehbaren und berechtigten Sorgen der Bevölkerung und Nutztierhalter - gerade auch bei uns in Schleswig-Holstein - nehmen wir sehr ernst!

Daher haben wir das Bundesnaturschutzgesetz ein einem ersten wichtigen Schritt angepasst. So haben wir ein Fütterungsverbot beschlossen und den Abschuss von Wolfshybriden geregelt. Die Schadensschwelle, ab der Wölfe künftig geschossen werden dürfen, wurde abgesenkt. Künftig können Wölfe so lange bejagt werden, bis keine Nutztierrisse mehr stattfinden. Die Jäger sind darüber vorab zu informieren. Auch Hobbytierhalter können künftig bei Rissen entschädigt werden, wenn Sie zuvor entsprechende Schutzmaßnahmen vorgenommen hatten.

Darüber hinaus setze ich mich aber weiterhin für die Schaffung wolfsfreier Zonen ein. Denn gerade unsere Deiche, auf denen Herdenschutzmaßnahmen nicht möglich sind, müssen zwingend beweidet werden, um die Deichsicherheit zu gewährleisten. Den europäischen Mitgliedstaaten dazu die notwenigen Instrumente zur Verfügung: Deshalb fordern wir in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion nach wie vor, Art. 16 I e FFH-Richtlinie 1:1 in nationales Recht durch das Bundesnaturschutzgesetz umzusetzen. Damit würde ein gemäßigtes, behördlich kontrolliertes Bestandsmanagement möglich. Die jüngsten Wolfsrisse im Kreis Dithmarschen verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf auf grausam anschauliche Weise.

Diese weitergehenden Forderungen waren mit unserem Koalitionspartner nicht zu vereinbaren. Die nun vorgenommenen Änderungen am Bundesnaturschutzgesetz sind jedoch erste wichtige Schritte in die richtige Richtung, die ich unterstütze", so von Abercron abschließend.

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