Die vom Bundeskabinett gefassten Beschlüsse zum Tierwohl und Insektenschutz kritisiert der Pinneberger CDU-Bundestagsabgeordnete und Agrarpolitiker Dr. Michael von Abercron scharf:

Das Aktionsprogramm Insektenschutz ist in der verabschiedeten Form aus agrarpolitischer und fachlicher Sicht vollkommen inakzeptabel.

Die Unterschutzstellung von Streuobstwiesen und artenreichen Grünlands durch das Bundesnaturschutzgesetz kommt in der vorgeschlagenen Form einer Enteignung der Grundbesitzer gleich. Das allgemeine Verbot von Pflanzenschutzmitteln in Schutzgebieten öffnet einem Schädlingsbefall Tür und Tor und der "Refugialflächenansatz" bedeutet einen weiteren Verlust landwirtschaftlicher Fläche und eine zusätzliche Belastung für unsere kleinbäuerliche Agrarstruktur.

Bei den unbestimmten Ausführungen zur Risikominimierung bei der Anwendung von Tierarzneimitteln stellt sich die ernsthafte Frage, ob Insektenschutz zu Lasten der Tiergesundheit geht, und dabei das Risiko gefährlicher Tier-Epidemien fahrlässig in Kauf genommen wird. Dabei ist die Umweltverträglichkeit von Tierarzneimitteln bereits heute für die Zulassung relevant.

Unsere Verbraucherinnen und Verbraucher wollen gesunde und sichere Lebensmittel von regionalen Produzenten. Wenn wir unsere heimischen Nahrungsmittelproduzenten wie z.B. Obst- und Gemüsebauern wegen immer höherer Auflagen - bei gleichzeitig auf kleinem Niveau stagnierenden Preisen - ins nichteuropäische Ausland treiben, haben wir nichts gewonnen!
Beim Tierwohlkennzeichen wäre unerlässlich, dass dieses mit dem Label des Handels kompatibel und langfristig verpflichtend für alle Fleischprodukte unter Einbeziehung einer Herkunftsbezeichnung eingeführt wird.

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