Zur den jüngsten Forderungen des Weltklimarates nach einer "Umkehr in der landwirtschaftlichen Produktion" mahnt der Pinneberger CDU-Bundestagsabgeordnete und Agrarpolitiker Dr. Michael von Abercron:

Im Vergleich zu Industrie und Verkehr produziert Landwirtschaft einen geringeren Anteil an klimaschädlichen Emissionen (Deutschland: 7,3%). Darüber hinaus vermag sie als einziger Sektor CO2 nicht nur auszustoßen, sondern in erheblichem Maße auch zu binden. Zudem ist der Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln in den letzten Jahrzehnten stark rückläufig. Anderseits ist die Anwendung dieser Produktionsmittel zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und zur Abwehr von Krankheiten und Schädlingen unverzichtbar, wenn die Ernährung einer immer noch stark anwachsenden Weltbevölkerung gesichert werden soll.

Um einerseits Reduzierungen bei Treibhausgasemissionen zu erreichen und anderseits die Nahrungsmittelproduktion sicher zu stellen, müssen wir erreichen, dass wir auf den bestehenden landwirtschaftlichen Flächen klima- und umweltschonender mehr Lebensmittel produzieren können. Das wird nur durch den Einsatz innovativer Produktionsmittel und neuer Verfahren gelingen. Deshalb ist z. B. der reflexhafte Widerstand gegen die Nutzung neuer Züchtungsmethoden wie etwa der „Genschere CRISPR-Cas9“ nicht zielführend.

Unsere Landwirte haben in den vergangenen Jahren bereits erhebliche Anstrengungen unternommen, die pflanzliche Produktion immer umweltgerechter durchzuführen. Gerade in jüngster Zeit gilt dies auch für die artgerechte Haltung der Tiere für die Milch- und Fleischproduktion. Wir sollten aber sehr darauf zu achten, unsere heimischen landwirtschaftlichen Betriebe nicht weiter zu Tode zu regulieren. Dies ist schon jetzt ein wesentlicher Grund dafür, dass der Strukturwandel zu einer dramatischen Abnahme der bäuerlichen Familienbetriebe geführt hat (Deutschland: - 16% in 10 Jahren auf jetzt ca. 267000 Betriebe). Nur eine gesunde Agrarstruktur bietet aber die optimalen Voraussetzungen, dass wir mit neuen innovativen Verfahren unsere Nahrungsmittel klimaschonend, artgerecht, umweltschonend und regional produzieren können.

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