Auf Initiative des Bundestagsabgeordneten Dr. Michael von Abercron sowie der Landtagsabgeordneten Barbara Ostmeier hat der CDU-Kreisverband Pinneberg auf dem Kreisparteitag vergangenen Freitag einen Beschluss zur Bestandskontrolle des Wolfs gefasst.

Darin wird die Landesregierung aufgefordert:

  • sich um eine klare Festlegung auf Ebene des Bundes und der Europäischen Kommission zu bemühen, dass der Wolf einen "guten Erhaltungszustand" nach der FFH-Richtlinie in einem bestimmten Räumen erreicht hat,
  • wolfsfreie Gebiete (z. B. Deiche, offene Weidelandschaften) im Land festzulegen, um die Entnahme von "Problemwölfen" zu ermöglichen,
  • eine rechtssichere Definition vorzunehmen, ab wann es sich um einen "Problemwolf" handelt,
  • die Herdenschutzprogramme so auszugestalten, dass auch kleinere Weidetierhalter sie ohne unzumutbare Härten nutzen können,
  • die Herdenschutzpakete auch räumlich zeitnah zur Verfügung zu stellen,
  • die unverzügliche DNA-Probeentnahme an offensichtlich gerissenen Nutztieren durch das Landeslabor Schleswig-Holstein durchführen zu lassen. Die Nutztierhalter sind von Kosten freizuhalten.
Der aktuelle Wolfsbestand wird in Deutschland zurzeit auf 800 -1000 Exemplare geschätzt. Dabei beträgt die jährliche Zuwachsrate ca. 30 %. Daher ist bereits heute von einem günstigen Erhaltungszustand auszugehen, der umgehend der Europäischen Kommission gemeldet werden müsste, damit der Schutzstatus gemäß Art. 16 von Anhang 4 in Anhang 5 der FFH-Richtlinie geändert werden könnte. Daraus ergibt sich die Forderung, den Bestand auf dieser Größe festzuschreiben und eine Bestandsregulierung vornehmen zu können.

Darüber hinaus soll die Landesregierung dafür Sorge tragen, dass die Hilfsangebote bei Schäden durch Wolfsrisse auch wirksamer ausgestaltet werden. Die bestehenden Herdenschutzprogramme sind häufig für die Betroffenen weder finanziell auskömmlich noch personell umsetzbar. Ferner ist die Errichtung von Elektrozäunen im Bereich von Deichen und in Schutzgebieten weder praktikabel noch zielführend. Außerdem ist eine Verdrahtung der Landschaft mit Elektrozäunen nur in Grenzen akzeptabel.

Auch in Schleswig-Holstein häufen sich die Fälle von Wolfsrissen an Weidetieren. Die aktuellen Vorfälle in Haseldorf und Lutzhorn machen deutlich, dass das Thema Wolf jetzt auch im Kreis Pinneberg angekommen ist. Diese Entwicklung ist nicht nur aus Sicht der Tierhalter mit großen Problemen verbunden. Immer mehr Schäfer, vor allem kleinere Betriebe sehen sich dieser Herausforderung nicht gewachsen. Das könnte weitreichende Folgen für die Frage der Deichsicherheit haben, weil die Beweidung der Deiche zur Pflege und Sicherung der Küstenschutzbauwerke unerlässlich ist. Die potentielle Gefährdung durch den Wolf bedroht auch diejenigen existenziell, die im Nebenerwerb ihre Flächen beispielsweise für die Beweidung von Pferden zur Verfügung stellen. Wer möchte erst abwarten, bis es auch hier zu einem Wolfsriss kommt."

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