In der Nacht zu Dienstag hat der Fischereirat in Luxemburg schwere Einschränkungen für die Fischerei in der Ostsee beschlossen. Die Gesamtfangmenge für westlichen Hering wird im Vergleich zu 2019 um 65 % gekürzt, für westlichen Dorsch um 60 %. Östlicher Dorsch darf im kommenden Jahr überhaupt nicht gezielt befischt werden. Auch die Freizeitfischerei ist von Kürzungen betroffen. Künftig dürfen nur noch fünf statt sieben Dorsche geangelt werden. Dazu erklärt Dr. Michael von Abercron, fischereipolitischer Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion:

"Die Fangbeschränkungen im nächsten Jahr bedeuten harte, im schlimmsten Fall existenzgefährdende Einschnitte für unsere Küstenfischeri. Fischereiministerin Julia Klöckner konnte in harten Verhandlungen in Luxemburg zwar noch Schlimmeres verhindern: die Vorschläge der Kommission hatten noch schärfere Beschränkungen vorgesehen, die für viele angeltouristische Betriebe aber auch gewerbliche Fischer das sichere Aus bedeutet hätten. Das ist zumindest ein Teilerfolg für unsere wenigen verbliebenen Fischereibetriebe. Diese müssen jetzt mit einem Stilllegungsprogramm finanziell unterstützt werden. Um den zu befürchtenden Strukturwandel zu begleiten und soziale Härten abzufedern bedarf es aber auch der Unterstützung durch sogenannte Abwrackprogramme. Diese sind derzeit jedoch EU-rechtlich unzulässig. Das Bundeslandwirtschaftsministerium muss sich daher in Brüssel nachdrücklich für die notwendigen rechtlichen Anpassungen einsetzen, " fordert von Abercron.

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