Kritik an Vize CDU/CSU-Bundestags-Fraktionsvorsitzenden Linnemann nicht nachvollziehbar

"Die scharfe Kritik an Carsten Linnemann zu Äußerungen über die Probleme bei den Sprachkenntnissen bei Schulanfängern ist nicht nachvollziehbar, weil damit viele Schulen zurzeit große Schwierigkeiten haben. Niemand wird abstreiten, dass Erstklässler, die nur wenig oder fast ausschließlich ihre eigene Muttersprache und kein Deutsch verstehen oder sprechen, sich nicht am Unterricht in der Schule aktiv und erfolgreich beteiligen können. Deshalb sind wir gut beraten", so von Abercron, "wenn wir diese Probleme auf allen Ebenen offen ansprechen und mit den Funktionsträgern darüber nachdenken, wie man die real bestehenden Probleme löst."

Allein im Kreis Pinneberg wird in der vorgelegten Sozialplanung ausgewiesen, dass bei über 50% der jetzt eingeschulten Kinder mit Migrationshintergrund erhebliche Sprachdefizite bestehen.

In diesen Fällen sollte eine Vorschulpflicht greifen, notfalls müsse die Einschulung zurückgestellt werden. Aus dieser Forderung Carsten Linnemanns die Schlussfolgerung zu ziehen, dass er Kinder mit Migrationshintergrund vom Grundschulbesuch ausschließen wolle, ist nichts weiter als eine Falschmeldung oder eine böswillige Unterstellung. Es geht ja im Gegenteil darum, das Erlernen der deutschen Sprache als grundlegenden Baustein der Integration so optimal wie möglich auszugestalten. Darüber hinaus sind es keineswegs nur Kinder mit Migrationshintergrund, bei denen entsprechende Defizite auftreten.

"Die dramatische Veränderung des deutschen Schulalltags zwingt zum Handeln. Die Politik muss Wege aufzeigen, wie ein ordnungsgemäßer Lehrbetrieb in Grundschulen ermöglicht werden kann." fordert von Abercron.

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) plant Deutsch-Tests vor der Einschulung. Damit wird klar, dass die Probleme bei der Sprachfähigkeit der Grundschüler bei uns bekannt sind und Lösungen angedacht sind. Auch die DaZ-Klassen (Deutsch als ZweitSprache) sind ein wichtiger und richtiger erster schritt. Die Frage ist aber, ob darüber hinaus auch eine Vorschulpflicht greifen sollte oder notfalls eine Einschulung zurückgestellt werden müsste. "Über diese von Linnemann formulierte Forderung wenigstens nachzudenken ist durchaus sinnvoll", meint der Pinneberger CDU Bundestagsabgeordnete von Abercron.

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